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Über renovatio06

Former pro-musician, followed by 20 years in the IT(C) industry, coming back to music & words.

(1) Wes Bound – Die etwas andere Weihnachtsgeschichte: Augsburg,…

Source: (1) Wes Bound – Die etwas andere Weihnachtsgeschichte: Augsburg,…


Obdachlosigkeit am Hamburger Hauptbahnhof: Endstation Elend – hier gilt nur eine einfache Regel – N24.de

Source: Obdachlosigkeit am Hamburger Hauptbahnhof: Endstation Elend – hier gilt nur eine einfache Regel – N24.de

Ich weiß nicht, ob ich es meiner schon früh geübten und in den vergangenen Jahren nochmal bis an die äußersten Grenzen herausgeforderten Kämpfernatur verdenke oder reinem Glück oder einer Kombination aus beiden Faktoren, dass ich selbst (noch) nicht unter solchen Menschen bin (von „leben“ kann da ja beim besten Willen keine Rede sein, es ist bestenfalls ein Überleben und das auf eine sehr überschaubare Zeit hinaus…). De facto bin ich selbst ab 01.11. bis auf weiteres wohnungslos. Ohne wohlmeinende und helfende Familie und Freunde würde mein verbliebener Krempel auf der Straße stehen, wo ich für die unsachgemässe „Lagerung“ vermutlich saftige Strafen zahlen müsste, die wiederum weitere unlösbare Probleme nach sich zögen und eine Kaskade nicht bewältigbarer Schwierigkeiten lostreten würden. Die Ursachen will sich mal wieder niemand ansehen, soviel geht aus dem Artikel auch klar hervor… Wegsehen wird aber auf Dauer nicht helfen, nicht in Hamburg, nicht anderswo in Deutschland….


Wenn es denn jemanden interessierte…

… könnte ich jetzt erzählen, dass ich am 01.11.2016 de facto ohne feste Obdach bin. Wie diese Situation vollständig ohne mein Verschulden und trotz aller Versuche sie abzuwenden sozusagen fest programmiert und selbst mit viel Aufwand und sogar Druck über einflussreiche Kontakte nicht zu vermeiden war. Wie ich ohne noch bestehende Familie und/oder Freunde, die mich nun bereitwillig mietfrei vorübergehend aufnehmen und solange bei sich wohnen lassen, bis ich wieder eine eigene oder eine Sozialwohnung beziehen kann, trotzdem mindestens meine Krankenversicherung verloren hätte, auf die ich aufgrund chronischer Krankheit und laufend notwendigen Bezug einiger teils teurer Medikamente angewiesen bin sowie auf weitere Leistungen, die chronisch gewordene Erkrankung behandeln oder wenigstens lindern. Ich könnte anmerken wie diese bei der Krankenversicherung dann auflaufenden Schulden meine 2017 anstehende und hoffentlich durchgehende Restschuldbefreiung im Zuge einer 2011 angemeldeten und dann ebenfalls mit keiner Eigenleistung mehr abzuwendene Insolvenz gefährden oder eben kippen würden, weil die Forderungen der Krankenversicherung selbst bei Aufnahme von Arbeit – was ich in geringfügigem Umfang immer wieder getan haben – nicht aufzufangen sind (da sich der Staat die Hinzuverdienste zu 70% einbehält und die eigentlich mir zustehenden restlichen 30% für Transport, Mahlzeiten oder auch Dinge wie Büromaterial, Strom, Internet und ähnliches draufgehen).

Wenn es irgendwen auch nur im Ansatz interessierte, könnte ich desweiteren darüber schreiben, wie meine eigene Erfahrung stellvertretend für die vielen tausend weiteren Menschen im Deutschland des Jahres 2016 ist, von denen auch nie jemand erfahren wird oder erfahren hat, weil viele Menschen in meiner Situation bereits vollständig isoliert, häufig alkoholkrank, vielleicht anderweitig krank oder gar mit Behinderung versehen sind, den Lücken des Systems und ebenfalls beizeiten beobachtbarer Behördenwillkür schutz- und rechtlos ausgeliefert und weil Geschichten über die Abgehängten in unserer Gesellschaft, die Alten, die Kranken nunmal kein „Aufreger-Content“ sind, folglich also keine Auflage bei den Mainstream-Medien machen.

Wenn ich glaubte, dass es irgendwen auch nur ein bißchen kratzte, könnte ich jetzt massig Zahlenmaterial finden und beilegen, das wenig bis keinen Zweifel daran lässt, dass ich nicht nur jammere oder dramatisiere oder einfach nur Aufmerksamkeit will, sondern dass die sogenannten „Sicherungssysteme“ im Deutschland des Jahres 2016 einfach nicht funktionieren, nicht funktionieren können, jedenfalls nicht nachhaltig und schon gar nicht für die immer weiter wachsende Zahl von Menschen, die ihre Arbeit aufgrund von Automatisierung und Digitalisierung, immer drastischeren Personalkürzungen wg. unerbittlichen Profitdrucks verlieren, krank werden oder im schlimmsten Fall beides. Sie geraten – wie auch ich vor inzwischen 10 Jahren – in einen Abwärtsstrudel, der je nach unmittelbar vorangehenden Lebensumständen mal gemächlicher, mal schneller dreht, irgendwann aber unbewältigbar wird, zu Zahlungsverzügen führt, die häufig ineffizienten bis quälend lahmarschigen Behördenabläufe inklusive auch dort der kaum vermeidbaren Störungen wie Personalmangel, urlaubs- oder krankheitsbedingten Ausfällen mit sach- und „fall“fremden Vertretungen oder hie und da auch schlichter Inkompetenz geschuldet sind und zu weiteren „Säumnissen“ klientenseitig führen, die jener zwar nicht zu vertreten hat, aber einfach der letzte in der Reihe ist, den dann die „Hunde“ (Gläubiger) beißen.

Wenn es jemand interessierte, könnte ich anmerken, dass die letzten Abschnitte solch ähnlich unglücklicher Lebensläufe in der Regel nicht aus Faulheit, Dummheit, mangelnder Bildung oder gar Bequemlichkeit resultieren, sondern nach meiner Beobachtung und inzwischen 10 Jahren Erfahrung und Recherche eine mittelbare Folge eines entfesselten Neo-Liberalismus‘ und quasi-feudalistischen, weltweit herrschenden Kapitalsystems sind, wo letzteres den Menschen, die die Wirtschaftsleistung schlußendlich erbringen die Bedingungen knallhart aufzwingt und inzwischen sogar die Politik – ursprünglich mal Repräsentanten des sogenannten Volks – kujoniert und erpresst. Würde es irgendwen wirklich interessieren, würde ich mein Essay mit einer Tonne von Quellen untermauern, die diese Aussagen ganz nüchtern in Zahlen ausdrücken.

Zahlen… interessieren aber wiederum mich einen feuchten Kehricht, wenn die eingetretene Lebensrealität so aussieht, dass ich keinen Schritt mehr in eigener Entscheidung tun kann oder kein Ausweg aus dieser Situation erkennbar ist bzw. sich auch mit viel Rechercheeinsatz nicht finden liess, weil es ihn… offenbar gar nicht gibt? (Ich habe jedenfalls nach inzwischen vier Jahren mehr oder minder unentwegter Suche keinen gefunden und auch von den eigentlichen zuständigen Fachstellen und Mitarbeitern keinen Tipp bekommen, sondern eher hinter vorgehaltener Hand geflüsterte Empfehlungen wie z.B. „dann müssen sie vorübergehend etwas unters Kopfkissen legen“ und ähnliche zielführende Expertenratschläge…) Und selbst wenn ich diese unschöne bis beizeiten unerträgliche Tatsache hinnehme, mir die Situation als eine nur vorübergehend schönrede und meiner im unnachahmlich sperrigen Amtsdeutsch eingeforderten Mitwirkungspflicht in allen Punkten immer sofort und umfassend nachkomme, wenn ich also „nach deren Pfeife tanze“ und die bösen Regeln eben hinnehme – selbst dann funktioniert die „Grundsicherung“ auf Dauer nicht, wie der jetzt nötige Umzug von einem Landkreis in einen anderen auf die harte Tour deutlich macht. (dem ging Kündigung wg. Eigenbedarf voraus)

Aber weil es niemand wirklich wissen will, belasse ich es bei diesen Andeutungen und der nun erlebten Erkenntnis, dass der sog. Sozialstaat ein Mythos ist. Und dieser Staat mit seinen Regeln hätte mir am 01.11.2016 unabwendbar ein Leben auf der Straße beschert – nach immerhin ca. 35 Jahren Erwerbstätigkeit mit teils sattsamen Steuerzahlungen und erzwungener Vernichtung aller Ersparnisse. Was mir heute schon aufgrund von gesundheitsbedingtem Vor“ruhe“stand widerfährt, werden alle Gering- und Normalverdiener im Rentenalter ebenfalls erleben, sofern sie nicht Nutzniesser einer Erbschaft in mindestens Millionenhöhe werden. Und das – will dann erst recht keiner mehr wissen. Danke für den Mist, den ihr – Schulsystem, Regierungsvertreter, öffentliche Organisationen, Medien – uns die ganzen Jahrzehnte erzählt habt…

Nachtrag: An meine Leser und Freunde, die sich jetzt Sorgen machen: Für den Augenblick habe ich zum Glück eine Zwischenlösung gefunden. Mein herzlichster Dank geht an jene, die mir – entweder schonmal in der Vergangenheit oder auch anlässlich dieses Eintrags – Unterschlupf bei sich angeboten haben – ihr seid toll! Danke! Ich lasse die Geschichte aber dennoch hier so stehen, weil ich sie u.a. auch – bzw. sogar vorwiegend – deshalb geschrieben habe um mal ein Schlaglicht darauf zu werfen, wie das hier laufen kann – und für immer mehr Menschen auch „läuft“ – und um in meinem kleinen Rahmen zu einer Bewußtseinsänderung in der Bevölkerung beizutragen. Ich bin nicht naiv und weiß und habe erfahren, dass das wie ein Kämpfen gegen Windmühlenflügel ist und manche gleich vorher kapitulieren (und der Kampf mit dem System schlägt sowieso jedem Faß den Boden aus; ich kann mir vorstellen, dass da auch die Zähesten – und zu denen zähle ich mich mal ganz unbescheiden – irgendwann einfach nicht mehr können, wenn von allen Seiten ultimative existentielle Bedrängnis aufgenötigt wird.) Aber ohne Rückkehr zu mehr Solidarität untereinander, ja auch zu Gemeinschaft und vor allem zur Vertretung gemeinsamer Interessen bleibt das sehr, sehr böse für viele Menschen. Und das muss doch überhaupt nicht sein, 0der? Eben. 🙂


KAPITÄN SCHWANDT: Dies ist meine letzte Kolumne

Achtzig Jahre waren meine Ziellinie, die habe ich erreicht. Es grenzt an ein Wunder, dass es mir mit meinem Lebenswandel überhaupt gelang. Seit 63 Jahren habe ich knapp eine Million Zigaretten geraucht und in meinen frühen Jahren mehr gesoffen als andere in mehreren Leben.

Source: KAPITÄN SCHWANDT: Dies ist meine letzte Kolumne

Weiterhin gute Reise, Käpt’n Schwandt! Und danke für Dein Leben!


Kino. Kälte. Kapitulation.

München, Donnerstagnacht am 06.10.2016, ca. 00.30h. Ich war am Nachmittag im #justmusic nahe des nun traurig berühmt gewordenen Olympia-Einkaufszentrums und habe den #maschine_jam-Launch Event der Firma Native Instruments besucht (als Ausdruck von Tagträumerei in der verzweifelt selbst-suggerierten Vorstellung ich gehörte noch in diese Welt der Musik und/oder Technologie), mir dann anschließend seit langem mal wieder Kino gegönnt und #snowden_the_movie im #Atelier München im OmU angeschaut. Dann kleiner Spaziergang über die Sonnenstr. Ost, Kehrtwende auf Höhe Hieber-Lindberg zurück über Stachus bis etwa. BWM Pavillion, dann auf der anderen Seite wieder zurück. Es ist kalt, so um die 7° oder 8°, es weht ein kalter Wind und ich gehe raschen Schrittes um mich aufzuwärmen (Jeans, T-Shirt, Baumwoll-Rolli, Fleecejacke, Winter-Boots). Im Künstlerhaus am Lenbachplatz ist offenbar was los und schräg gegenüber im Heart Bar und Restaurant scheint die Party der Geräuschkulisse nach zu schließen in vollem Gang zu sein.
Kurz vor dem Matthäser passiere ich den Prachtbau des Justizministeriums und Landgerichts, im Volksmund „Justizpalast“ genannt (prächtig wirkte er auf mich noch nie, eher furchteinflössend und mindestens deprimierend, vor allem wenn man sich einen Teil seiner Geschichte in Erinnerung ruft: Die Geschwister Scholl, Gründer und Anführer der Aktivistengruppe Weiße Rose, wurden dort zu Zeiten Hitlers und der Nazis zum Tode verurteilt). Auf den Stufen und in den Eingängen – wie auch schon vorher in Nähe des Stachus‘ und in den rückversetzten und somit windgeschützten Eingängen rund um den Burger King auf der gegenüberliegenden Seite – haben überall Obdachlose in ihren arktistauglichen Schlafsäcken „Nacht“quartier bezogen – vermutlich aber nicht für die ganze Nacht, sondern nur für ein paar Stunden, dann werden Ordnungsamt oder Polizei sie wohl vertreiben. Ich selbst habe nur aufgrund glücklicherer Umstände an diesem Tag das Taschengeld zur Verfügung um mir das Obige als absolut seltene Ausnahme und Glanzlicht eines ansonsten ebenfalls reichlich tristen Daseins leisten zu können. Dieser Luxus sowie die Tatsache noch ein Dach über dem Kopf, Warmwasser, Heizung und Essen sowie Krankenversicherung zu haben trennt mich meilen- oder gar galaxienweit von diesen armen Menschen, die sich mental wohl bereits auf die ersten Frostnächte vorbereiten (weniger mental denn durch Betteln tagsüber und Alkohol kaufen, nehme ich an, damit der ganze Wahnsinn überhaupt irgendwie „erträglich“ wird). Ich friere auch, aber nur kurz und in dem Bewußtsein, dass ich in eine warme, gemütliche Wohnung mit gefülltem Kühlschrank zurückkehre (die ich aber auch nur noch bis Ende dieses Monats habe und dann ist erstmal großes Fragezeichen im Hinblick darauf, ob und wie es weitergeht….). Der Kinofilm ist ob dieses Anblicks und dieser Gedanken beinahe vergessen, spätestens aber beim Erblicken dieser Szene: Inmitten all der Mumienschlafsäcke sitzt er: Ein Asiate, zusammengekauert unter einer dünnen Decke, die so klein ist, dass sie vorne nicht richtig schließt und den Blick auf nackte Füße in Sandalen freigibt. Zyniker – oder Realisten? – werden sicherlich gleich „Inszenzierung“ sagen. Nicht auszuschließen leider, ja, siehe z.B. hier und hier, um nur mal zwei Beispiele herauszugreifen. Aber dann: Wirklich? Am frühen Morgen an einem Wochentag, ca. 20 m weit vom Bürgersteig entfernt im Halbdunkel, in einer Entfernung also, wo man bequem wegschauen und vorgeben kann das kleine frierende Männchen gar nicht gesehen zu haben? Ich bin erstmal fassunglos ob seiner Bekleidung, will aber in meiner Rat- und Hilflosigkeit zunächst auch weitergehen und mir einreden, da stimme was nicht, will mir meine eigene Notlage als „Entschuldigung“ für meine Hartherzigkeit schönreden. Zu guter Letzt halte ich dann aber doch inne, gehe zurück und eile die 20 m vom Bürgersteig auf die kleine freitreppenartige Empore zu während ich in meinem Portemonnaie nach Euromünzen krame. Ich habe nur noch eine und der Zehner, der ansonsten noch in meinem Geldbeutel steckt, ist für das S-Bahn-Ticket reserviert. Also lege ich halt einigermassen peinlich berührt den Euro neben ihn auf den nackten Granit und murmele auf Englisch „that’s all I got right now“ während ich im Erdboden versinken möchte… Wirklich?! Ein Euro? Was soll er denn damit anfangen?! Gleich am kommenden Morgen in eine der sündteueren Bäckereien am Bahnhof gehen und Frühstück für alle einkaufen?! Einen bekackten Euro ist mir das Vergessen wert?! Kann ich nicht nochmal eine Extrarunde zum Geldautomaten am Sendlinger Tor drehen, dort ’nen Fünfziger abheben und ihm den zustecken? Nein, kann ich wirklich nicht. Denn den Fünfziger werde ich brauchen um wenigstens beim Abtransport meiner Möbel und restlichen Haushalts anwesend sein zu können, wo immer der Krempel dann auch hingeht… (an dem ich nicht hänge, dessen Entsorgung aber auch mit Kosten verbunden wäre, die ich nicht decken kann)
Spätestens in dem Moment teilen wir wieder ein ähnliches Schicksal, der mir unbekannte Asiate, der vielleicht die Nacht nicht übersteht – man kann auch bei Plusgraden aufgrund von Unterkühlung erfrieren, wie ich einmal in einem Fachartikel zu dem Thema lesen musste – und ich. Er, in eine dünne Decke gehüllt, halb nackt und allein in einer ihm fremden Welt. Ich, noch nicht nackt, noch nicht erfrierend, aber ebenfalls in einer mir völlig fremden Welt, die ich betreten zu müssen nie für möglich gehalten hätte. Beide blicken wir perspektivlos in eine uns gänzlich unbekannte Zukunft. Nur eines ist sicher: Ob wir das überstehen bzw. überleben kümmert den Rest der Gesellschaft einfach nicht. Es ist kalt, Kino ist schon vergessen – und ich kapituliere.

Übersetzung: Auch für die prekär arbeitenden…

Source: Wes Bound – Übersetzung: Auch für die prekär arbeitenden…


Looking at the Reality Machine « Outside the Reality Machine

Source: Looking at the Reality Machine « Outside the Reality Machine

But the designers of the Reality Machine are smart like that, by exploiting our basic needs to keep the machine running. I know so from experience now that I’ve become an outcast from that fabricated reality. There’s no one else around… and that’s a hard situation to be in. It’s unnatural, it’s actually unsustainable. The makers of the machine must have known that. (and how prophetic almost of Pink Floyd when they wrote the song „Welcome to the Machine“ back in the …. 70ies? Wow. )


Mehr Faulheit wagen! – brand eins online

Mehr Faulheit wagen! - brand eins online

Klasse Text und Gedanken über die Faulheit als Quelle scharfen Nachdenkens über die Optimierung von Arbeit mit dem Ziel, dass diese nur in so gering wie unbedingt nötiger Menge anfällt. Bequemlichkeit, Behaglichkeit und Müssiggang sind das wahre Ziel menschlichen Strebens nach höhere Ökonomie. Scheint mir ein geeignetes Modell für die Gesellschaft nach dem Vollbeschäftigungsparadigma:

Mehr Faulheit wagen! – brand eins online.


Bilderberger ans Licht getrieben: ORF bricht Medienschweigen | Jasminrevolution

WEIL WIR KEINE NEUEN FEUDALHERREN WOLLEN

Die Tiroler Lokalprotestgruppe konkretisiert ihre Vorbehalte gegen die Bilderberger so:

Wir sind gegen die Bilderberg-Konferenz, weil dort Lobbyismus auf höchstem politischen Niveau betrieben wird und dies den Forderungen der Demokratie und der Transparenz widerspricht.

Wir sind gegen die Bilderberg-Konferenz, weil Exponenten der Finanzindustrie, die für die wirtschaftliche und gesellschaftliche Krisen der letzten Zeit besonders verantwortlich sind, sich dort direkten und zentralen Zugang zu politischen Entscheidungsträgern garantieren.

Wir sind gegen die Bilderberg-Konferenz, weil sie ein Relikt des „Kalten Krieges“ ist, das nach 1945 die Aufgabe hatte, die westeuropäischen Eliten auf die Seite der US-Großmachtpolitik zu ziehen. Und dabei nicht davor zurückschreckte, auch und gerade Eliten mit brauner Vergangenheit zu vernetzen.

Wir sind gegen die Bilderberg-Konferenz, weil dieses Bündnis von Mächtigen traditionell eine fanatisch neoliberale Agenda hat, Austerität propagiert und dem Zurückdrängen von positiven gesellschaftlichen Veränderungen dient.

Wir sind gegen die Bilderberg-Konferenz, weil für dieses an sich private Treffen öffentliche Gelder in hoher Summe verpulvert werden und der größte Polizeieinsatz in der Geschichte Tirols dafür organisiert wird.

Wir sind gegen die Bilderberg-Konferenz, weil für den angeblichen Schutz dieser Herren unsere Rechte auf Bewegungs.- Demonstrations- und Informationsfreiheit in Gefahr sind.

Wir sind gegen die Bilderberg-Konferenz, weil wir keine neuen Feudalherren wollen, die ihre Macht gerne privat und geheim haben möchten und die sich vom Volk, das sie verachten, nicht hineinreden lassen wollen.

via Bilderberger ans Licht getrieben: ORF bricht Medienschweigen | Jasminrevolution.


Krieger Vater König | Warrior Father King | wesboundmusic

Krieger Vater König | Warrior Father King.

Zwei Kämpfer mit Körpern wie wir sie von griechischen Heldenstatuen kennen, in einen Käfig gesperrt und von einer johlenden Menge feixender Zuschauer umgeben. Muskeln, Muskeln und nochmal Muskeln. Schweiß, ein paar versprengte Tropfen Blut auf der Matte. Und zwei Augenpaare, die grenzenlose Entschlossenheit zu siegen signalisieren, koste es was es wolle: Platzwunden, Prellungen, verschlissene Gelenke, Knochenbrüche. Kämpfen ist alles, der Sieg das Ziel.

Mixed Martial Arts bedient sich einer ganzen Reihe bekannter Vollkontakt-Kampfsportarten: Kickboxen, Jiu Jitsu, Kung Fu – die Liste könnte so weitergehen. Erlaubt ist viel und für das ungeübte Auge könnte der Eindruck entstehen als gäbe es keinerlei Regeln. Trainiert wird täglich und jeder Kampf könnte der letzte sein. MMA-Athleten sind sich all dessen bewußt – und Ismail und Carlos leben dafür. Kämpfen als spiritueller Weg, als ultimativer Ausdruck dessen, war wir alle in diversen Abstufungen erleben: Es geht um’s Überleben. „Es ist Krieg“, schärft Ismail seinem Freund und Kollegen Carlos ein bevor der in den Käfig geht. Später hört Ismail von einem Kampfsport-Promoter den Satz: „Du hast nur ein einziges Mal diese eine Chance. Nutze sie!“

Und dann die Szene, als Ismail einer verarmten Fünfjährigen irgendwo in Afghanistan ein Glas Wasser für ein kleines Taschengeld abkauft – um sie zu unterstützen, die wiederum keine andere Option auf Leben hat als allein am Rand der Straße zu sitzen und selbst für ihr Leben zu sorgen. Da ist er auch wieder, der Kampf – und Ismail fühlt sich an seine eigene Kindheit erinnert: „Ich habe gearbeitet, den ganzen Tag, oft barfuß. Habe Obst und Gemüse verkauft. Ich war sechs oder sieben.“ Und später im Frage-Antwort-Teil nach dem Film: „Wenn ich ein Kind ansehe, sehe ich mich selbst in ihm.“ Auf seiner Facebook-Seite schreibt er: „Wer Kinder nicht mag, mag sich selbst nicht.“ Direkter, schonungsloser und ehrlicher kann man den Überlebenskampf, aber auch das Bemühen um die Wahrung der eigenen Menschlichkeit wohl kaum ausdrücken. Oder leben. „Wovon haben Sie Ihre Reise nach Afghanistan finanziert?“, will eine Besucherin wissen. „Von meiner Kampfgage“, antwortet Ismail. „Die war nicht hoch und den Rest habe ich dort ausgegeben – den Kindern, deren Blicke ich nicht vergessen kann. Aber ich freue mich, wenn ich mit dem Geld, das ich durch das Kämpfen verdiene, anderen eine Freude machen kann.“

Sprechen so Menschen, die von Hass getrieben sind? Von ideologischer Verblendung? Oder von bedingungslosen Gewaltexzessen, wie uns die xenophobischen Medienkampagnen der jüngeren Vergangenheit weismachen wollen? Migranten-Stereotypen von der ständigen Gewaltbereitschaft und ungezügelter Aggression?

Ja, MMA ist ein sehr harter Sport und ja, eine geradezu animalisch anmutende Aggression gehört dazu. Wer da in den Ring steigt tut es in dem Bewußtsein, dass er vielleicht nicht mehr aufrecht auf den eigenen Beinen herauskommt. Aber dem Kampf wohnt auch eine Art Choreographie inne – äußerst intensiv vertont vom Bruder des Filmemachers, Nik Reich – , ein Rhythmus, Kreativität sogar in der Wahl der jeweils probaten Kampftechnik. Und möglicherweise sogar eine Art Altruismus, denn die Kämpfer geben alles, wofür sie tagaus, tagein hart trainieren: Konzentration, Entbehrung, Technik, Körperkraft – und unbedingte geistige Präsenz. „Du musst ganz da sein“, schärft Ismail seinen Schülern ein, deren Verrenkungen und verschlungenen Körper noch viel Unbeholfenes haben. Konzentration, Körperkontrolle und uneingeschränkte Entschlossenheit machen Gewinner. Gewinner worüber? Am Ende wird klar: Über die eigenen Dämonen, die eigene Vergangenheit, Traumata, Leere. Eine Leere, die sich nur damit füllen lässt, über sie hinauszuwachsen in der Hoffnung, dass sich andere daran ein Beispiel nehmen mögen.

Hunter S. Thompson schrieb, dass ihm die Niederlage lieber sei als der Sieg. „In der Niederlage werden Freundschaften geschlossen“, sagte er im Vorwort zu „Kingdom of Fear“. Und auch Ismail macht deutlich, dass uns erst die Niederlage zu uns selbst bringt und uns die Chance offenbart, über uns selbst, über unser Ego und unsere Neurosen hinauszuwachsen. „Ich habe Fehler gemacht, viele Fehler. Ich habe Menschen verletzt, die alles für mich gegeben haben.“ Und: „Ich habe verloren. Da ist dieses Bewußtsein: Ich bin raus. Aber ich werde nicht aufgeben. Ich will wissen, wie stark ich bin. Ich werde weiterkämpfen, solange ich kann.“

Krieger Vater König – ein Film von Julian Reich mit der Musik von Nik Reich und Jaro Messerschmidt.


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